Was heißt eigentlich „Ambalangoda“?

Bahnhof in Ambalangoda, GB

Bahnhof in Ambalangoda, GB

Ein frohes Osterfest wünsche ich allen Lesern! Da ich ja schon häufiger das Osterfest in Ambalangoda verbracht habe, fliegen heute meine Gedanken dorthin. Daher habe ich noch einmal eine kleine Geschichte zu diesem Ort hervorgekramt:  

Es hat einige Zeit gedauert, ehe ich den Namen dieser Stadt unfallfrei aussprechen konnte. Denn auch dieser gehört zu den unglaublich langen Wörtern in der singhalesischen Sprache. Anfangs habe ich noch locker geglaubt, wenigstens ein paar Begriffe schnell zu lernen, zum Beispiel: „Frohes neues Jahr“. Doch das, was mir sonst auf der ganzen Welt immer recht schnell gelungen ist, nämlich ein paar Sätze in der Landessprache zu formulieren, will hier einfach nicht so recht klappen. Das Lernen mit den oft „überlangen Wörtern“ macht nämlich richtig Arbeit. Und die habe ich bisher bei meinen Aufenthalten nicht gewollt. Aber noch ist nicht aller Tage Abend, und wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Was bedeutet der Begriff Ambalangoda?

Um die Entstehung des Wortes „Ambalangoda“ ranken sich zwei verschiedene Geschichten. Eine berichtet davon, dass an diesem Ort ein „ambalan“ zu finden gewesen sei, worunter ein traditioneller kostenloser Rastplatz für Reisende zu verstehen ist. Mir gefällt allerdings die zweite Variante besser. Immer, wenn die Fischer wieder die heimische Küste von ihrem Boot aus sehen konnten, sollen sie gerufen haben: Aan balan goda! Das heißt so viel wie: Seht, hier könnt Ihr wieder Land sehen!

Eines  Tages sitze ich  mit der Studentin Ganesha – für Einheweihte: Sie ist die Tochter des Juweliers Sunil – zusammen, um vielleicht noch etwas mehr zur Entstehungsgeschichte dieses Namens herauszufinden. In der Stadt und bei Bekannten waren meine Bemühungen bis dahin ergebnislos verlaufen, einige historische Fakten über Ambalangoda herauszufinden. Vielleicht ist ja etwas Erzählenswertes darunter? In Ganeshas Nachbarschaft haben wir Glück und erhalten ein altes Geschichtsbuch. Daraus übersetzt sie mir einige Kapitel auf Englisch. Oder besser gesagt, sie erzählt mir den Inhalt, denn wir versuchen etwas, was normalerweise gar nicht möglich ist: Wir lesen zusammen ein historisches Buch auf Sinhala quer und suchen innerhalb von nur einigen Stunden nach etwas Interessantem. Schön, dass ich wenigstens die Bilder, Zahlen und einige Namen erkennen kann, ansonsten komme ich mir angesichts der schönen Buchstaben der singhalesischen Schrift so ein bisschen wie eine Analphabetin vor. Aber wenn ich die Überschrift kenne, kann ich ja Fragen stellen und Ganesha sucht nach den Antworten. Und ich denke, dass diese Premiere als gelungen bezeichnet werden kann.

Historischer Rückblick

Das Buch erläutert, dass unter dem Begriff „ambalan“ die schon erwähnten Übernachtungsplätze zu verstehen sind. In Ambalangoda gab es einige Jahrhunderte lang bis zu dem Tsunami ein traditionelles „resthouse“ mit Restaurant. Zudem waren im Ort zahlreiche Zimtgärten angelegt, die einem Vidane unterstanden. „Ane“ bedeutet „sich um etwas sorgen“, während der Begriff „goda“ eine Stadt oder Region bezeichnet. Auch diese Version könnte Teil der Namensgebung gewesen sein. So hätten wir schon drei Möglichkeiten.

Das heutige Ambalangoda (singhalesische Bezeichnung) wurde von den englischen Herrschern Ambalangodde genannt. Zuvor wurde Sri Lanka von den Niederländern erobert, die das Städtchen Ambalangotten nannten. Die Portugiesen kamen im 16. Jahrhundert und bezeichneten in ihren Schriftstücken den Ort als Balangale.

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